Bürgermeister erringt wichtigen Etappensieg zur Zillertalstraße

Bei der öffentlichen Gemeinderatssitzung am gestrigen Mittwoch stimmten die gewählten MandatarInnen mit überwältigender Mehrheit für das Straßenprojekt an der B169. Die Auswahl der Räumlichkeiten für die Sitzung war ein gelungener politischer Schachzug des jungen Dorfvorstehers, da angesichts der anwesenden Interessenten der öffentliche Druck auf die abstimmenden Gemeinderäte enorm war.

Obwohl das Abstimmungsergebnis für die meisten Beobachter klar vorhersehbar war, fiel es am Ende doch überraschend deutlich aus. Mit nur einer Gegenstimme beschloss der Fügener Gemeinderat gestern Abend, die kürzlich vorgestellte ‚Variante Grün‘ zur Lösung der Verkehrsproblematik an der B169 weiter zu verfolgen. Diese Variante stieß vor allem bei einigen Anrainern und von der neuen Trassenführung betroffenen Grundbesitzern anfangs auf wenig Gegenliebe. Letztlich war dies allerdings die einzige Projektvariante, für die es vom Land auch eine entsprechende Finanzierungszusage gab.

 

Planungsphase beginnt

Wie geht es nach der richtungsweisenden Abstimmung weiter? Nach dem positiven Gemeinderatsbeschluss von gestern Abend beginnt die eigentliche Planungsphase. Die Straßenplaner des Landes arbeiten in penibler Feinarbeit alle Details zur aktuell vorliegenden Projektvariante aus. Ein möglicher Spatenstich im Jahr 2019 wäre sehr ambitioniert, Bürgermeister Mainusch rechnet nach eigenen Angaben mit einem Baubeginn im Jahr 2020.

Hierfür ist vor allem ein Übereinkommen mit den betroffenen Grundbesitzern erforderlich. Einige haben hier bereits im Vorfeld ihre Zustimmung und Kompromissbereitschaft signalisiert, andere geben sich widerum wenig gesprächsbereits. Von Seiten des Landes wird man nun nach dem positiven Gemeinderatsentscheid mit den Betroffenen in Verhandlungen treten.

 

Variante Grün – Projekt B169 Zillertalstraße, Umfahrung Fügen

2017-06-06
(c) fuegen.at, Stand Mitte Mai 2017

Wie in der obenstehenden Darstellung deutlich erkennbar, wird die Trassenführung östlich der aktuellen Bundesstraße verlegt. Besonderes Augenmerk legten die Straßenplaner auf die Beseitigung und Entschärfung der markanten Störstellen im Straßenverlauf. So wurde beispielsweise im Knoten Fügen Mitte ein Linksabbieger nach Hart eingeplant.

Ein 15 Punkte umfassender Forderungskatalog (u.a. was die Beleuchtung der Straße nach Hart, Gehsteige und die Beleuchtung der Dorfstraße etc. betrifft), wird ebenfalls noch im Detail in die Projektplanung eingearbeitet werden müssen.

 

Bürgerbeteiligungsprozess kostet jede/n FügenerIn rund 10 €

Der im Vorfeld so hoch gelobte Bürgerbeteiligungsprozess, für den die Gemeindeführung knapp 40.000 € in die Hand nahm, brachte im Endeffekt lediglich eine weitere Verzögerung für alle BürgerInnen. Denn sowohl die Arbeitsgruppe zum Projekt (hier nachlesen) als auch die beteiligten Bürger kamen letztendlich zum gleichen Ergebnis, wie es bereits seit Jahren vorliegt. Lediglich der von Altbürgermeister Höllwarth und dem Gemeinderat 10-16 wegen des hohen Grundverbrauchs herausgenommene Kreisverkehr bei Fügen Nord ist nun wieder in den Projektvorschlag mit eingearbeitet worden.

Positiv hervorzuheben ist an dieser Stelle, dass sich der von Bgm. Mainusch initiierte Bürgerbeteiligungsprozess nicht nur auf die Straße beschränkt, sondern auch auf die verschiedenen Möglichkeiten zur Nachnutzung des von der Gemeinde angekauften Schlosses (ehem. Bubenburg-Areal) bezieht. Da sich das Interesse der Bevölkerung hier allerdings in Grenzen hielt, erklärten die Verantwortlichen den Bürgerbeteiligungsprozess vor Kurzem für gescheitert. Aber Fehler sind ja bekanntlich da, um aus ihnen zu lernen!

 

Aus 11:4 wird 14:1

Bei der öffentlichen Projektvorstellung in der Aula der NMS im Mai war die Stimmung noch etwas weniger enthusiastisch, es kristallisierten sich 4 Gegner des nun vorliegenden Projekts heraus, die von den restlichen 11 Mandataren jedoch einfach überstimmt hätten werden können. Wie bereits eingangs erwähnt, kam für Manche das sehr deutliche Abstimmungsergebnis von gestern Abend doch einigermaßen überraschend. Vor allem die nunmehrige Listendisziplin der Bürgermeisterliste überraschte, waren zuletzt doch zwei Mandatare quasi ‚abtrünnig‘ geworden. Besagte Gemeinderäte der Liste Zukunft Fügen traten trotz potenzieller Befangenheit höchstpersönlich zur Abstimmung an, Gemeindevorstand Manfred Zeller (dessen Elternhaus von der Trassenverlegung betroffen ist) und GR Alois Huber ließen sich vertreten (einzige Gegenstimme).

 

Aus vergangenen Fehlern gelernt

Der kommunalpolitisch bis zur Wahl völlig unerfahrene Bürgermeister lies sich diesmal offensichtlich gut beraten, legte man bei der gestrigen Gemeinderatssitzung nämlich bereits in der Beschlussfassung Wert auf dessen Unwiederrufbarkeit und Endgültigkeit.

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Anmerkung: Unter Federführung desjenigen Gemeinderats, der sich nach wie vor gegen das Straßenprojekt ausspricht, wurde vor einigen Jahren ein bereits gültiger Gemeinderatsbeschluss zur Umfahrung Fügen wieder aufgehoben, und die Planungen starteten bereits damals nochmals bei Null.

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2 Gedanken zu “Bürgermeister erringt wichtigen Etappensieg zur Zillertalstraße

  1. Warum wird die Nebenfahrbahn von Gagering Richtung Süden so massiv direkt vor der Tenne eingebunden? …ist doch nur ein Landwirtschaftsweg bzw. Fussgänger/Radweg? Oder soll sich dies ändern und es wird eine Begleitstraße?

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