Kann die Erweiterung des Speicherteichs am Spieljoch noch heuer realisiert werden?

Der neu gewählte Verwaltungsrat steht bereits vor einer enormen Herausforderung: mindestens 2,7 Mio. Euro müssen finanziert werden. Und die Zeit drängt: mit einem Bau des Speicherteichs sollte ursprünglich bereits Ende Juni begonnen werden. Jede Bauverzögerung kann in Zusammenhang mit einem regnerischen Sommer in einer Nichtrealisierbarkeit des Projektes bis zum Beginn der nächsten Wintersaison resultieren.

Wie bereits berichtet, wollen die Hauptanteilseigner der Spieljochbahn – sprich Gemeinde Fügen & TVB Erste Ferienregion – die Erweiterung des Speicherteichs am Spieljoch unbedingt noch in diesem Jahr realisieren, damit man im Schigebiet am Fügener Hausberg auch für einen schneearmen Winter gewappnet ist. Dieses Unterfangen könnte nun aber durch die noch nicht vorhandene Finanzierungszusage erheblich ins Wanken geraten.

Fest steht, dass es durch die Umplanung und diverse Änderungen an der Variante Speicherteich neu zu erheblichen Mehrkosten als für die ursprünglich geplante Variante  kommt. Da sich durch die absehbare leichte Überschreitung bei den Projektkosten für den Bau Panoramabahn ebenfalls ein gewisser Betrag zu Nachfinanzierung ergibt, steht somit nun insgesamt eine Finanzierungszusage für 2,7 Mio. € aus.

Die Aufgabe des neuen Verwaltungsrates der Spieljochbahn wird es nun sein, mit der Bank ein entsprechendes Übereinkommen zu treffen, damit diese die benötigten Geldmittel zur Erweiterung des Speicherteichs, und zur damit einhergehenden Komplettierung des Ausbaus der Beschneiungsanlage, zur Verfügung stellt.
Hierbei wird es vor allem auf das Verhandlungsgeschick der einzelnen Verwaltungsräte ankommen, auf deren Schultern jetzt die gesamte Verantwortung für das Vorankommen der Spieljochbahn liegt, und die in den kommenden Monaten definitiv die Weichen für die Zukunft stellen werden (müssen).

Ebendieses Unterfangen könnte sich nach Einschätzung von zurückgetretenen Verwaltungsratsmitgliedern als äußert heikel und schwierig erweisen. Fraglich sei zudem, ob das Geld überhaupt ohne weiteres aufgebracht werden könne. Schon bei der jährlichen Barvorlage von 1,4 Mio. € für die Spieljochbahn (FügenBlog hat berichtet)  gab es heuer im Vorfeld hitzige Diskussionen, was die Haftungsübernahme seitens der Gemeinden betraf. Somit ist anzunehmen, dass sich die Bürgermeister der Gemeinden Fügen und Fügenberg, bzw. ggf. auch TVB-Chef Erlebach entsprechend schwer tun werden, eine solche Haftungsübernahme in ihren jeweiligen Gremien genehmigen zu lassen.

 

Es wird nicht bei 2,7 Mio € bleiben

Auf Antrag von Friedrich Heim (‚Kohler‘), wurde nach eingehender Debatte der Beschluss nicht nur für die oben erwähnten 2,7 Mio. € gefasst, sondern sogar noch um eine weitere Million, auf 3,7 Mio. € aufgestockt. Damit im Falle zusätzlicher Ausgaben oder erhöhter Kosten nicht abermals eine Generalversammlung einberufen werden muss.

Je höher die geforderte Finanzierungszusage, desto schwieriger wird natürlich wiederum die Haftungsübernahme durch die Eigentümer. Da laut Aufsichtsbehörde buchhalterisch eine Haftungsübernahme de facto einem Kredit gleichzustellen ist. (Ausfallhaftung)

 

Erweiterung des Speicherteichs sollte auf neuestem Stand der Technik sein

Wie Seilbahner Heinz Schultz in der Generalversammlung der Spieljochbahn berechtigterweise einwand, wurde seitens der Planer und Verantwortlichen bis dato keine zusätzliche, künstliche Kühlung des Wassers für die Beschneiung vorgesehen.

Durch solche sog. Kühltürme könnte das im Speicherteich befindliche Wasser künstlich heruntergekühlt werden. Dies sei nach Expertenmeinung besonders dann sinnvoll, wenn man sehr kurzfristig frisches Wasser für die Beschneiung braucht, und dazu bspw. neues Trinkwasser vom Tal in den Speichersee hinaufpumpen muss. Durch diese zusätzliche Kühlung würde die künstliche Beschneiung für die Pistenbenutzer noch authentischer, zudem wäre man weniger von diversen Umwelteinflüssen abhängig. Die künstliche Beschneiung in den Schigebieten hänge nämlich vor allem von den folgenden drei Faktoren ab: Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit und Wassertemperatur.

Lt. Heinz Schultz würde das Investitionsvolumen für solche Kühltürme etwa 800.000 € betragen. Nicht zu vergessen, dass im Falle einer derart gravierenden Änderung das Projekt abermals verhandelt werden müsste. Wie der vergangene Winter – für alle Einheimischen und Gäste deutlich sichtbar – eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat, macht die globale Klimaerwärmung Investitionen wie diese für ein zukunftsfittes Schigebiet schlichtweg notwendig. Eine Kompromisslösung könnte hier sein, dass bei einer diesjährigen Erweiterung bereits alle notwendigen Vorarbeiten geleistet werden, sodass man gegebenenfalls ein solches Kühlsystem zu einem späteren Zeitpunkt relativ einfach und unkompliziert nachrüsten könnte.

Sofern die Finanzierung steht, sei der Teichbau in diesem Jahr aber durchaus realisierbar. Der Vorteil des Projekts Speicherteich neu liegt zudem darin, dass auch wenn der zweite Teich bis zum Beginn der Wintersaison möglicherweise noch nicht zur Gänze gefüllt ist, man durch das zusätzliche Becken jedenfalls deutlich mehr Wasser für die Beschneiung zur Verfügung hat, als bisher.

 

Geschäftsführer und Verwaltungsrat wurden nicht entlastet

Ein weiteres Thema bei der Generalversammlung der Spieljochbahn am 13.6. war die von einem Fügener Hotelier bereits im Vorfeld vehement geforderte Nicht-Entlastung des Geschäftsführers und des alten Verwaltungsrats der Spieljochbahn. Diesem Wunsch wurde dann auch tatsächlich entsprochen, weil in dieser Sitzung erst das Geschäftsjahr 2014/15 behandelt bzw. abgeschlossen wurde. Die Vorfälle mit der Deponie bzw. der Umlagerung des Aushubs auf eigenen Grundstücken der Besitzer betrifft allerdings die darauffolgende Periode. Da es sich hierbei nicht wie umgangssprachlich oft fälschlicherweise erwähnt wird um eine Strafe handelt, sondern lediglich um eine Vorschreibung des Finanzamts (vergleichbar mit einem Steuerbescheid), sei es nun am neu gewählten Bürgermeister Mainusch, der sein im Wahlkampf vielbeworbenes politisches Netzwerk und seine Kontakte in die Bundeshauptstadt nutzen könnte, um Finanzminister Schelling zu einer entsprechenden Weisung zu bewegen, damit die besagte Thematik ad acta gelegt werden kann.

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