Tag der Entscheidung bei der Spieljochbahn!

Heute um 17:00 Uhr findet die Generalversammlung der Spieljochbahn statt. Unter anderem werden mit den Entscheidungen über die Geschäftsführer-Nachfolge und die teilweise Neubesetzung des Verwaltungsrats, die Weichen für die nahe Zukunft gestellt. Auch eine Debatte über die zukünftigen Eigentumsverhältnisse bei der Bahn wird erwartet.

Heute um 17:00 Uhr findet die mit Spannung erwartete Generalversammlung der Spieljochbahn statt. Nach dem Rücktrittsangebot des bisherigen Geschäftsführers, Fügens Altbürgermeister Walter Höllwarth (FügenBlog berichtete) werden in Punkto Personal heute wesentliche Entscheidungen zu treffen sein. Nach Einschätzung von Informanten des FügenBlog gilt es als relativ wahrscheinlich, dass der bisherige Betriebsleiter Manfred Larch interimistisch die Tätigkeit des Geschäftsführers übernehmen wird. Der nach Höllwarths‘ Abgang vakant gewordene Posten könnte im Herbst neu ausgeschrieben und entsprechend nachbesetzt werden. Im Wahlkampf wünschten sich viele wahlwerbende Listen einen Vollprofi für diesen Job, im Falle einer etwaigen Übernahme der Spieljochbahn durch die Schultz Gruppe könnte sich die Personalfrage jedoch erübrigen.

Wer einen Profi will, muss sich das auch etwas kosten lassen

Doch der Reihe nach. Höllwarth konnte sich als Geschäftsführer der Spieljochbahn nur deshalb durchsetzen, weil er gleichzeitig das Amt des Bürgermeisters der einwohnerstärksten Gemeinde des Zillertals ausfüllte, und somit nicht nur die Finanzgebahrung der Gemeinde Fügen in seinem Einflussbereich lag, sondern er auch über die entsprechenden Kontakte und die notwendigen Verbindungen zur Landespolitik verfügte.

Im Zusammenhang mit seiner Abwahl als Bürgermeister wurde die Gehaltsdebatte angefacht. Bei einer außerordentlichen Sitzung am 18.3.dJ (die TT berichtete) wurde eine Anpassung der bisher bezahlten Aufwandsentschädigung von 1.000,- € brutto im Sinne einer Aufstockung auf das örtliche Bürgermeisterentgelt für Höllwarth beschlossen. Wir haben uns das einmal durchgerechnet, und die Zahlen (inkl. Dienstgeberanteile) sprechen eine eindeutige Sprache:

2016-06-13 (22)
eigene Berechnung

Durch den „Gehaltsverzicht“ von Höllwarth, der für seine Leistungen wie oben erwähnt nur eine Aufwandsentschädigung bekam, hat sich die Spieljochbahn bzw. letztendlich ihre Eigentümer (Hauptanteilseigner sind bekanntlich die Gemeinden Fügen & Fügenberg, und der TVB Erste Ferienregion) knapp eine halbe Million Euro erspart.

Neben der Geschäftsführung müssen nach diversen Rücktritten auch Teile des Aufsichtsrats der Spieljochbahn neu besetzt werden. Die Sitzung verspricht jedenfalls spannend zu werden!

Übernahme der Spieljochbahn durch Heinz Schultz

Obwohl es heute hauptsächlich um die Personalfrage gehen sollte, ist auch eine Debatte über die zukünftige Eigentumsstruktur der Bahn zu erwarten. Heinz Schultz hat bereits medienwirksam sein Interesse an der Bahn bekundet, und etwaige Ausbaumöglichkeiten für die Zukunft angedeutet (FügenBlog berichtete).

In einer FügenBlog Umfrage haben sich von knapp 300 befragten Personen, 75% für eine Übernahme oder Beteiligung von Schultz an der Bahn ausgesprochen. Dies repräsentiert natürlich nur einen Bruchteil der Bevölkerung, und nachdem die Spieljochbahn auch im Wahlkampf eines der Top-Themen war, wäre dies nun eine gute Gelegenheit für die neue Gemeindeführung, ihre Wahlversprechen in die Tat umzusetzen, und die Bevölkerung direktdemokratisch an der Entscheidungsfindung zu beteiligen. So könnte man hier beispielsweise eine Volksbefragung in der Gemeinde durchführen, um ein klares Stimmungsbild der Fügener Bevölkerung einzufangen.

Sollte dieses ähnlich ausfallen, wie die Stichprobe aus der FügenBlog-Umfrage vermuten lässt, stellt sich nicht mehr die Frage ob man an Schultz verkauft oder nicht, sondern nur mehr: wann und zu welchem Preis.

Hier war medial zuletzt auch vom symbolischen Euro die Rede, der scheinbar unter Teilen der Bevölkerung für Verwirrung sorgte. Natürlich würde die Bahn dann nicht nur zu einem buchhalterischen Wert von einem Euro verkauft, denn der neue Eigentümer würde sich im Falle eines Kaufes ferner dazu verpflichten, auch die angehäuften Verbindlichkeiten der Bahn mitzuübernehmen. Das heißt wir sprechen zu diesem Zeitpunkt bereits von einem Kaufpreis von mind. 20 Mio. €, die für das Projekt Panoramabahn Geols finanziert wurden und nun zu tilgen sind. Hinzu kommen hier noch diverse Altlasten, die bis dato noch nicht vollständig abgestottert werden konnten.

Sollte ein Verkauf erst zu einem späteren Zeitpunkt abgewickelt werden (aktuell ist es durchaus realistisch, dass die Betreiber die derzeitigen Eigentumsstrukturen zumindest bis inkl. Wintersaison 2016/17 beibehalten), so kämen hier weitere Gelder für eine etwaige Finanzierung zum Bau des Speicherteichs hinzu, der noch dieses Jahr realisiert werden soll. Außerdem müssten die bestehenden Betriebsanlagen und Grundstücke als Anlagevermögen entsprechend bewertet und in einen kumulierten Kaufpreis mit einkalkuliert werden. Schätzungen zufolge hätten alleine die Parkplätze der Spieljochbahn – da die Gründe als Banksicherheit bereits über entsprechende Widmungen verfügen – einen Marktwert von rund 11 Millionen Euro.

 

Fakt ist, es wird weiterhin spannend bleiben, die Entwicklungen in Bezug auf die Spieljochbahn zu verfolgen. Interessante Eckpunkte der heutigen Generalversammlung sind auch, ob ein Fügener Hotelier mit seiner Forderung, wonach die Geschäftsführung nicht entlastet werden soll, durchkommt. Auch wer die neuen AufsichtsrätInnen sein werden, und in welche Richtung sich die Bahn zukünftig entwickeln soll, bleibt spannend. Wir vom FügenBlog halten euch natürlich weiterhin auf dem Laufenden!

 

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