Speichersee am Spieljoch, Status Quo zum Thema Aushub Panoramabahn

Abgesehen von den Eigentumsverhältnissen und der Personaldebatte, gibt es auch noch weitere Aspekte zum Thema Spieljochbahn, die in der aktuellen Debatte nicht vernachlässigt werden dürfen. Konkret geht es im heutigen Artikel um den Speichersee am Spieljoch, und den (überschüssigen) Aushub aus dem Bau der Panoramabahn Spieljoch.

Was im vergangenen Winter am heimischen Schigebiet leider mehr als deutlich wurde ist, dass künstliche Beschneiung für die Attraktivität eines Schigebiets heute wichtiger ist, denn je zuvor. Und so ist auch dies ein Faktor, der seitens der Spieljochbahn schleunigst überholt werden wird müssen, um mit anderen/vergleichbaren Skidestinationen Schritt halten zu können.

Um der zeitweise vorherrschenden Wasserknappheit für die Beschneiungsanlagen am Spieljoch entgegenzuwirken, plante man bereits für letztes Jahr die Erweiterung des dortigen Speicherteichs.

Hauptsächlich deshalb, weil eine termingerechte Fertigstellung des erweiterten Speicherteichs nicht hunderprozentig sichergestellt werden konnte, und somit schlimmstenfalls gar keine Beschneiung möglich gewesen wäre, wurde dieses Projekt um ein Jahr verschoben.

Abseits der aktuellen Diskussion rund um die zukünftigen Eigentumsverhältnisse und die Führung der Bahn hat man seitens der Gemeindeführung und des TVB bereits klargestellt, dass man rasch einen Speicherteich neu umsetzen will.

Im Moment sei eine Projektänderung eingereicht, außerdem werde gerade über die Finanzierung verhandelt. In dem nun abgeänderten Projektantrag sind zwei getrennte Becken vorgesehen, weshalb der neue Speicherteich dann auch landschaftlich besser eingebettet werden kann, und infolgedessen der Pistenbereich geschont wird. Lt. Aussage von Gemeindevorstand Manfred Zeller in der öffentlichen GR-Sitzung vom 11. Mai sei mit einem Baubeginn allerdings frühestens Ende Juni zu rechnen.

Eine weitere Alternative zu den aktuellen Planungen wäre eine neuerliche Verschiebung des Speicherteichausbaus und der Gang in die sog. ‚Staubeckenkommission‘. Dies hätte vor allem Auswirkung auf die vorgeschriebene Dammhöhe (darf 15 m nicht überschreiten), und in der Konsequenz auf den notwendigen Felsenabtrag im hinteren Bereich des Speichersees und die Endlagerung des Abtragsmaterials (könnte in die Wand des Speichersees eingearbeitet werden und müsste nicht in die Piste eingebaut werden).

Genau dadurch ergibt sich auch der beträchtliche Kostenunterscheid zwischen den Varianten von 2015 und 2016. Auch einzelne weitere Posten wurden zu hoch bzw. zu niedrig angenommen oder geschätzt, weshalb man bei der ‚alten‘ Variante stets von einem Projektvolumen von rund 1,3 Mio. € sprach, die aktuelle, ’neue‘ Variante aber nun wohl auf mindestens 1,7 Mio. € kommen dürfte, also ein Kostenunterschied zwischen den beiden Projekten von rund 400.000 €.

 

 

Thema Deponie / Lagerung des Aushubs vom Bau der Panoramabahn Geols

 

Ein weiterer Zankapfel im Zusammenhang mit dem Thema Spieljochbahn war in den vergangenen Monaten auch stets die Deponie bzw. die kurzfristige Lagerung des Aushubs vom Bau der neuen Panoramabahn Geols.

Nachdem diesbezüglich im letzten Jahr eine Anzeige eingegangen ist, ist derzeit das entsprechende Verfahren anhängig, das lt. Einschätzung von Experten durchaus 2 Jahre dauern könnte. Nachdem hier natürlich sämtliche Rechtsmittel ausgeschöpft werden. Seitens der Fügener Gemeindeführung wurde in der letzten öffentlichen Gemeinderatssitzung außerdem bekräftigt, dass die Chancen im Moment aussichtsreich sind, man eine etwaige Strafe möglicherweise abwenden wird können, und im Verfahren eine sehr gute Argumentationslinie gefunden werden konnte.
Der Einspruch gegen den Zollbescheid könnte auch dahingehend von Erfolg gekrönt sein, da es sich nach Meinung eines Rechtsexperten um keine Deponie im herkömmlichen Sinne handeln würde, sondern um Aushub, der vom Besitzer beider Grundstücke lediglich umgelagert worden sei.

Zudem bestätigt Bürgermeister Mainusch in besagter Sitzung gegenüber den rund 50 ZuhörerInnen, dass die Sicherheit im Bereich der Deponie (betrifft vor allem die dortigen Anrainer, bzw. den Bereich Finsingbach) gewährleistet sei. GR Hotter von der Liste FWG erwähnte weiters, dass lt. Landesgeologen keine Gefahr bestünde, und es sich bei besagtem Aushub nicht um eine Mülldeponie, sondern um fruchtbaren Boden handle.
Dies bekräftigte bei besagter Sitzung im Namen der Spieljochbahn auch Manfred Larch, lt. ihm bestünde definitiv keine Gefahr in Verzug, außerdem gäbe es eine entsprechend positive Stellungnahme der BH Schwaz.
Durch den besagten BH Bescheid ergäbe sich außerdem eine Verbesserung, was die Grundstückssituation anbelange, so werde nämlich eine Aufwertung von der ‚Almweide‘ zur ‚Almwiese‘ vorgenommen.

Anfang Juni sollen nun Vergabegespräche stattfinden, wo über den endgültigen Verbleib des Aushubs entschieden werden soll. Ein informierter Insider hält gegenüber dem FügenBlog vor allem eine Variante am realistischsten: eine Einbettung des Aushubs in das bestehende Gelände. Dies würde dem ungeschulten Auge schlussendlich kaum bis gar nicht mehr auffallen, ebensowenig würde das Landschaftsbild dadurch gestört. Zudem hätte die Spieljochbahn seitens der BH entsprechende Auflagen bekommen, wodurch  letztendlich bspw. sogar eine Verbesserung des Regenwasserabflussverhalten erreicht würde.

Egal wie das Verfahren letztendlich ausgehen wird, eines ist jetzt schon klar: eine etwaige Strafe käme die Spieljochbahn bzw. ihre Eigentümer jedenfalls günstiger, als die Umlagerung bzw. der Abtransport des Aushubmaterials.
So informierte Gemeindevorstand Zeller bei der Sitzung vom 11. Mai die Öffentlichkeit dahingehend, dass im Falle der Verhängung einer Strafe ein Geldbetrag von geschätzten 300.000-350.000 € fällig werden würde, der Verfahrensausgang aber durchaus auch positiv sein kann, und gar keine Strafzahlung fällig würde. Im Falle einer Umlagerung hätten sich die Kosten für Deponie und Abtransport auf 500.000-600.000 € belaufen, was somit definitiv die teurere Alternative gewesen wäre. Zudem sei lt. Informationen von GV Zeller die Vorgehensweise mit der Fügenberger Gemeindeführung abgesprochen gewesen. In seinem Schlussappell prangert Manfred Zeller nochmals explizit den diesbezüglichen Wahlkampf der konkurrierenden Listen an, die an die Bevölkerung gezielt falsche Informationen weitergeben und Unwahrheiten verbreitet haben!

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