Spieljochbahn – quo vadis?

Abgerechnet wird zum Schluss! Genau das scheint das Motto zahlreicher Spieljochbahn-Befürworter zu sein. Doch wie geht es mit der Bahn weiter? Bei der Vollversammlung am 13.6. sollen die Weichen für die Zukunft gestellt werden.

Nach dem Rücktrittsangebot des bisherigen Geschäftsführers, Fügens Altbürgermeister Walter Höllwarth, werden die Aktionäre bei der Vollversammlung entscheiden, welchen Kurs die Bahn in Zukunft einschlagen soll. Neben der wichtigen Personalfrage (Höllwarth ist nach dem 13.6. freigestellt, bleibt noch bis Ende des Jahres bei der Bahn beschäftigt, erhält allerdings keine Abfindung) gilt es auch über mögliche Fremdbeteiligungen zu entscheiden.

Hier war unter den Verantwortlichen in den letzten Tagen und Wochen noch keine eindeutige Tendenz auszumachen, dennoch konnte man bei einigen den Wunsch erkennen, die Bahn – zumindest vorerst – nicht aus der Hand zu geben. Wie bei der GR Sitzung vom 11.5. erneut betont wurde, stand der alte Gemeinderat voll hinter der Bahn, und hat sich stets für eine Weiterentwicklung des Betriebes, an dem die Gemeinde Fügen mittlerweile Mehrheitseigentümer ist, ausgesprochen. Weil er dieses klare Bekenntnis pro Spieljochbahn von den neu gewählten MandatarInnen vermisse, habe sich GF Walter Höllwarth auch für seinen Rückzug entschieden. (die TT berichtete) Doch was kommt nach Walter Höllwarth?

Hier halten sich seit einigen Wochen zwei Gerüchte hartnäckig: so soll die neue Gemeindeführung bereits einem verdienten Bahn-Mitarbeiter das Angebot unterbreitet haben, in den Geschäftsführer-Posten aufzusteigen. Andererseits geht auch immer wieder der Name eines waschechten Profi’s die Runde, der sich bereits in Serfaus in diesem Metier einen Namen gemacht haben soll. Letzterer sei allerdings ein Günstling einer örtlichen Hotelier-Dynastie, weshalb diese Person nicht überall auf positiven Zuspruch stößt. Seitens des FügenBlog war es leider nicht möglich, eine entsprechende Stellungsnahme zur Personalthematik zu bekommen, weshalb an dieser Stelle darauf verwiesen sei, dass es sich hier um unbestätigte Informationen handelt. Wir wollten sie an dieser Stelle aber dennoch erwähnt haben, um die interessierten LeserInnen nicht völlig im Dunkeln tappen zu lassen.

 

Was ebenfalls im Vorfeld für einige Diskussion sorgte, war eine mögliche Beteiligung Dritter an der Spieljochbahn. So halten sich die zwei folgenden Szenarien hartnäckig in der Bevölkerung:

Szenario 1: die Spieljochbahn wird an Heinz Schultz bzw. die Bergbahn Hochzillertal verkauft! Auf der Haben-Seite stünde hier sicherlich die Erfahrung und das unternehmerische Geschick von Schultz, der die Skilifte in Kaltenbach sehr erfolgreich betreibt, und auch ständig auf der Suche nach weiteren attraktiven Möglichkeiten ist, bzw. generell Erweiterungen und Innovationen nicht abgeneigt erscheint.
Das negative an diesem Szenario sind etwaige Forderungen seitens des sog. ‚Liftkaisers‘, vor denen es einigen der Fügener Verantwortlichen grämt. So befürchtet bspw. ein einflussreicher Unternehmer, Schultz könnte die Gemeinde regelrecht „melken“. Von Forderungen über einen Gratis-Skibus, kostenlosem Wasser und gebührenfreie Nutzung bzw. Rechte an den Gründen der Gemeindegutsagrargemeinschaft, bis hin zu einem kolportiertem Kaufpreis von nur einem symbolischen Euro ist die Rede.
Um welche Angebotskonditionen (möglicher Kaufpreis oder Beteiligungsausmaß, zu welchen Konditionen) es sich tatsächlich handelt, wissen bis dato aber wohl nur die Beteiligten selbst.

Szenario 2: die Skilifte Hochfügen GmbH beteiligt sich an der Spieljochbahn! auch dies wäre ein durchaus vorstellbares Szenario, vor allem wenn man bedenkt, dass durch die Panoramabahn Geols schon ein erster Grundstein, hin zu einem Zusammenschluss der beiden (bzw. drei) Skigebiete gelegt wurde. Dies wäre auch ganz im Sinne der betreffenden Doktrin der Landesregierung, in der Skigebietserweiterungen eher zu vernachlässigen, hingegen die Zusammenlegung von (im Speziellen kleineren) Skigebieten forciert werden soll!
Positiv zu Buche schlägt hier, dass man wohl seitens der Verantwortlichen in Hochfügen keine vollständige Übernahme der Spieljochbahn will, sondern eher an eine Beteiligung denkt. Demgegenüber soll aber auch erwähnt sein, dass vielerorts den Verantwortlichen in Hochfügen die Hauptschuld am Verhindern des Fortkommens der Spieljochbahn in den letzten Jahrzehnten zugeschoben wird.

 

Neben diesen beiden Übernahme- bzw. Beteiligungsszenarien gäbe es auch noch eine dritte Möglichkeit, die an dieser Stelle gedanklich einmal durchgespielt werden soll.

Alles bleibt wie es ist! Naja, fast alles. Nachdem die Personaldebatte nunmal bereits losgetreten wurde, muss man sich jetzt natürlich über die Nachfolge auf den Geschäftsführerposten einig werden, und auch die (Neu-)Besetzung des Verwaltungsrats wird thematisiert werden müssen. Dennoch liegt eine Option nahezu auf der Hand: die Beibehaltung der Eigentümerverhältnisse nach dem Status quo! Die Gemeinde Fügen müsste zwar auf Grund der Projektkostenüberschreitungen von 8,75% [von Gesamtprojektkosten im Ausmaß von 19 Mio.; Stand Mitte Mai 2016] und der Umplanung beim Speicherteich II noch weitere Haftungen übernehmen, jedoch geht es hier bis dato rein um Haftung, nicht um die Ausfinanzierung, was zudem in weiterer Folge nicht heißen muss, dass diese Haftungen tatsächlich schlagend werden!

Die Berechnungen zur Auslastung und den Gästezahlen bei der Panoramabahn Geols erweisen sich als äußerst zutreffend; dass bei manchen Projektposten die tatsächlichen Kosten von den Angeboten bzw. den anfänglichen Schätzungen abweichen ist ebenfalls nichts außergewöhnliches – das wird jeder Häuslbauer selbst bestens bezeugen können. Bis 2019 kann ein Großteil der Schulden der Spieljochbahn getilgt sein – vorausgesetzt der Betrieb bleibt aufrecht und mindestens im aktuellen Umfang erhalten.

Woran scheiterts‘ nun also?
Ob es überhaupt scheitert, wird sich erst nach der Vollversammlung zeigen. In der jüngsten Vergangenheit mehrten sich allerdings die kritischen Stimmen, und auch der Rückhalt seitens der Eigentümer bzw. der Eigentümervertreter lies zu wünschen übrig. Ein klares Bekenntnis der Verantwortlichen wäre hier absolut unverzichtbar! Idealerweise schließt sich dann auch noch der eine oder die andere MeinungsmacherIn diesem Trend an, und lässt sich zu einem positiven Statement in Hinblick auf die Spieljochbahn hinreißen!

Diese dritte Möglichkeit erscheint unter den aktuellen Rahmenbedingungen und Gegebenheiten als die am weitaus realistischste! Auch wenn diese Option – die Spieljochbahn weiterhin in Gemeindehand zu behalten – vielleicht manchem Hotelier sauer aufstößt, so galten die prinzipiellen Vorurteile am vergangenen Kurs der Bahn wohl eher der Person des Geschäftsführers, und dieses Thema hat sich ja mittlerweile bereits erledigt.

 

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