Spieljochbahn – droht die Insolvenz?

Vor einer möglichen Zahlungsunfähigkeit könnte die Spieljochbahn durch einen Zuschuss aus der Gemeindekasse bewahrt werden.

Um die Zukunft der Bergbahn am Hausberg, dem Spieljoch, geht es in der morgigen Gemeinderatssitzung in Fügen. Durch eine Barvorlage in Höhe von 1,4 Mio. € könnte die Zahlungsfähigkeit der Spieljochbahn weiter sichergestellt werden. Was für Außenstehende nach viel Geld klingt, ist in diesem Fall absolute Routine: bereits seit 2008 wurde jedes Jahr dieselbe Summe als Barvorlage genehmigt.

 

Was heißt ‚Barvorlage‘ und wozu braucht die Spieljochbahn jetzt so viel Geld?

Die sogenannte Barvorlage ist eine Art Überbrückungskredit, also quasi ein kurzfristiges Darlehen, dass seitens der Gemeinde, die Hauptanteilseigner an der Bahn ist, zur Verfügung gestellt wird. Daran ist weiter nichts Außergewöhnliches: die Verpflichtungen der Bergbahnbetriebe summieren sich über die Sommermonate, können allerdings erst mit den Einnahmen der Wintersaison, die ab Dezember fließen, getilgt werden. Die Gemeinden Fügen und Fügenberg (anteilsmäßig) sorgen also kurzfristig für die Liquidität der Bahn.

 

Eine solche Barvorlage ist in der Seilbahnwirtschaft nichts Ungewöhnliches. Ähnlich wie bei anderen Betrieben unterliegen Skiliftgesellschaften enormen saisonalen Schwankungen (man könnte dies bspw. mit Spargelbauern vergleichen), sprich im Winter fließen die Einnahmen, im Sommer bzw. in der Zwischensaison summieren sich die Verbindlichkeiten. Bis dato ist die Spieljochbahn ihren Verbindlichkeiten stets akkurat nachgekommen. So wurden lt. Auskunft des GF Walter Höllwarth seit 2008 jährlich zwischen 700.000-800.000 € an Altlasten getilgt. Die Bahn hat sich seit ihrem Bestehen niemals um einen Schuldenschnitt bemühen müssen, sondern war stets in der Lage, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Zudem handelt es sich bei besagter Barvorlage nicht um ‚geschenktes Geld‘, sondern um einen buchhalterischen Kredit der bei Bedarf beansprucht werden kann.

 

Warum die ganze Aufregung?

Was ursprünglich Gang und Gäbe war, sorgte diesmal vorab für zahlreiche Diskussionen. All den Gegnern der Spieljochbahn muss man die enorme Umwegrentabilität und die Wertschöpfungskette der Bahn vor Augen führen. Nach qualifizierten Schätzungen würden rund drei Viertel der ortsansässigen Tourismusbetriebe entweder gar nicht, oder zumindest nicht in diesem Ausmaß bestehen. Zahlreiche Arbeitsplätze hängen sowohl direkt, als auch indirekt von der touristischen Infrastruktur ab. Wobei man zu Guter Letzt in diesem Zusammenhang auch darauf hinweisen muss, dass in den vergangenen 20 Jahren seitens der Gemeinde Fügen rund 3 Mio. € rein an Infrastrukturaufwendungen in das angrenzende Gemeindegebiet von Hochfügen geflossen sind, die trotz Steuereinnahmen u.ä. negativ in der Fügener Bilanz aufscheinen.

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